Film

„Uferfrauen“ ist ein Dokumentarfilm, der die Lebensgeschichten von vier Frauen aus der DDR nachzeichnet und portraitiert wie diese gleichgeschlechtlich liebten und lebten. Die Frauen – sowohl aus dem städtischen als auch provinziellen Raum – lassen das Publikum an Ihrem Lebensalltag als DDR-Bürgerinnen teilhaben. Darüber hinaus wird ergründet, wie das Aufwachsen unter den Bedingungen des sozialistischen Regimes und seiner Gesellschaft bis heute nachwirkt. Verwoben damit ist die filmische Chance, die Rolle der Frau im sozialistischen System zu porträtieren und das von der DDR-Regierung propagierte Emanzipationsbild zu entlarven.

Es geht um Frauen, die sich selber treu bleiben wollten und sich deswegen gegen die staatlichen Dogmen richteten und mit Repressionen zu rechnen hatten wenn sie mit Frauen zusammenleben wollten. Es geht aber auch um die „unsichtbaren“ Frauen, für die erst der Mauerfall und die damit verbundene Auflösung der DDR das Coming-Out und ein freieres Leben ermöglichte.

Anliegen des Films ist das bisher wenig erforschte und von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Thema von Homosexualität unter Frauen in der DDR in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Und somit ein Stück unerzählter ostdeutscher Geschichte, lebendig inszenieren.

Der Filmtitel „Uferfrauen“ hat eine sinnbildliche Rolle und vermittelt das omnipräsente Gefühl der Frauen von der Einsamkeit als Außenseiterin, der gesellschaftlichen Tabuisierung von Homosexualität und dem Zwang nach Konformität und Anpassung in einem repressiven Staat – ein Leben am (privaten) Rand der Gesellschaft, immer im persönlichen Zwiespalt ins kalte Wasser zu springen oder am sicheren trockenen Ufer zu bleiben.

„Uferfrauen“ soll kein Insider- bzw. Szenefilm werden, sondern ein breites Publikum ansprechen. Einzelne Episoden werden durch Animationen bebildert.
Der Dokumentarfilm möchte zeigen, dass alle porträtierten Frauen in ihrer Verschiedenheit jedoch das gleiche seit jeher existente menschliche Ziel verfolgten: Die Suche nach dem persönlichen (Liebes)glück.